Gerhart Hauptmann Schule

REALSCHULE IN WIESBADEN

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Handballklasse

Seit dem Schuljahr 2015/2016 haben wir im Jahrgang 5 eine spezielle Handballklasse für Jungen und Mädchen. ...mehr

 

Handballwerfer

 

 


Ein Team - statt einer Klasse

Pilotprojekt Handballklasse: Mahad Abdulkadir (vo. re.) hat laut seinem Trainer Michael Franz (vo. li.) großes Talent. Foto: RMB/Heiko Kubenka
Von Liudmila Shkirtovskaya

SPORT 30 Schüler der Gerhart-Hauptmann-Schule lernen und spielen Handball zusammen

WIESBADEN - „Wir sind eine richtige Familie“, sagt Eya Saidi El Hadri. Die elfjährige Schülerin besucht die fünfte Klasse der Gerhart-Hauptmann-Schule, doch ihre Klasse unterscheidet sich von den anderen. Sie ist eines der 14 Mädchen und 16 Jungen, die seit dem Beginn des laufenden Schuljahrs Teil eines Pilotprojekts wurden: Die Schüler besuchen die erste Schwerpunktklasse der Schule, die sich auf Handball spezialisiert hat. Zusätzlich zum regulären Unterricht und den für alle vorgesehenen zwei Sportstunden in der Woche erhalten die Nachwuchshandballer vier weitere Trainingsstunden. Spielregeln, Tipps und Tricks werden darüber hinaus in der Sportethik-Stunde vermittelt.
„Zu Beginn des Schuljahrs entwickelten wir das Konzept der Schwerpunktklasse. Handball gab es bis dahin nur im Rahmen einer AG. Mit dem Trainer Michael Franz holten wir uns einen Experten ins Boot und aus 150 Neuanmeldungen für die Jahrgangsstufe fünf haben wir 30 Begeisterte ausgesucht und zu der Handballklasse zusammengeschlossen“, schildert Schulleiterin Hildegard Pöppe.
Großer Andrang
Probleme, die Klasse zu füllen, habe es nicht gegeben, auch wenn die zukünftigen Handballer einige Kriterien zu erfüllen hatten, etwa gute Noten in Sport, Arbeits- und Sozialverhalten, so Pöppe.
Seit einem halben Jahr lernen und trainieren die Schüler zusammen. Trainer Franz freut sich bereits über die ersten Erfolge seiner Schützlinge. Und es gibt schon einen heimlichen Star. Sein Name ist Mahad Abdulkadir, „er kommt aus Somalia und spi}}elt sehr genau und elegant – in ihm sehe ich großes Potenzial“, schwärmt der Trainer.
Eines der großen Ziele sei es, die Schüler für eine Vereinsmitgliedschaft und das damit einhergehende regelmäßige Training zu begeistern. „Drei Schüler spielen bereits außerhalb der Schule in einem Verein“, so Franz. Seit zwei Wochen zählt auch Mahad zu den Sportlern der HSG Wallau/Massenheim. „Ich habe Probetrainings organisiert und er hat sich in der Truppe gleich wohlgefühlt. Eine Herausforderung lag darin, die Spielberechtigung zu organisieren, da Mahad kein deutscher Staatsbürger ist. Doch jetzt ist alles durchgegangen. Da geht mir auch aus sozialpädagogischer Sicht das Herz auf“, freut sich der Trainer.
Unterstützung statt Neid
Mit den Stadtmeisterschaften am vergangenen Dienstag hat die Handballklasse ihre erste richtige Herausforderung gemeistert. „Es war zu erwarten, dass wir im Vergleich mit anderen Schulen nicht die Besten sind, aber es ist für uns ein guter Ansporn.“
Unterstützung gab es von den älteren Klassen. „Auch wenn die älteren Jahrgänge nicht Teil einer solchen Klasse sein können – Neid spielt überhaupt keine Rolle. Im Gegenteil, sie interessieren sich für die Ergebnisse und stehen dem Projekt sehr positiv gegenüber“, so die Schulleiterin.
Neben der sportlichen Entwicklung habe das Projekt außerdem einen hohen Integrationsfaktor. „17 Nationalitäten sind in unserem Team vertreten, mit ganz unterschiedlichen Deutschkenntnissen. Doch alle halten zusammen und entwickeln sich gemeinsam“, weiß der Trainer. „Die Schüler sehen sich weniger als Klasse, sondern vielmehr als ein Team. Sie verbringen auch die Pausen zusammen – der Zusammenhalt ist riesengroß“, bemerkt Klassenlehrer Bastian Schäfer.
Laut Schulleitung soll das Projekt auch im kommenden Schuljahr fortgesetzt werden.