Gerhart Hauptmann Schule

REALSCHULE IN WIESBADEN

Gerhart-Hauptmann-Schule, Manteuffelstrasse 12, 65197 Wiesbaden  |  T 0611-317318  |  F 0611-314981  |  Anfahrtskarte

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Gerhart Hauptmann – das ist die Geschichte

einer Fehleinschätzung : Hitler und Gerhart Hauptmann begegneten sich am 15.11.1933 (71.Geburtstag) bei einer Preisverleihung. Hauptmann war fasziniert von Hitler, er fand „Mein Kampf" interessant und die Heimführung von Österreich eine Großtat.Man war von NS-Seite an diesem Dichter interessiert: das sog. Nationaldrama „Florian Geyer" und das Stück „Veland" ( 25000 Zuschauer bei den Römerfestspielen) waren nach dem Geschmack der Partei. Andererseits wurden „Die Weber" von den Bühnen verbannt; das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Breslau wurde im Affront nach Horst-Wessel umbenannt; die geplante Erstellung einer Olympia-Hymne 1936 wurde ohne Begründung verweigert; Goebbels kommentierte das Stück „Schluck und Jau" in die Richtung, die Gestalten seien durch die SS festzunehmen und in ein KZ einzuliefern. Weitere Kontakte hatte Hauptmann mit Baldur von Schirach sowie den gefürchteten Gauleitern Hanke und Frank. Hauptmann war – wie viele andere Deutsche auch – auf Hitler nicht vorbereitet, sie wirkten beim Sturm gegen das „bürgerliche Individuum" hilflos. Sie alle hatten auf eine andere politische Lösung gehofft. Hauptmann war der rhetorische Führer, der an die Stelle einer kriegerischen Germania die geistvolle Pallas Athene setzen wollte. Hitler war der politische Führer mit Macht und Drang zur Gewalt. Wo der eine die „blonde Bestie" favorisierte, meinte Hauptmann die Ausrichtung auf Menschlichkeit. Was konnte der alte Dichter wissen, was nahm er wahr ?

Gerhart Hauptmann war „dabei", ohne wirklich schuldig zu werden. Er kommentierte lapidar am Ende: "Es ist nicht mein Hitler..."

Als Zeitgenosse musste er die Krise seiner Bildungsidee zur Kenntnis nehmen: Ärzte, Juristen oder Ingenieure waren die „willigen Helfer" Hitlers.

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