Gerhart Hauptmann Schule

REALSCHULE IN WIESBADEN

Gerhart-Hauptmann-Schule, Manteuffelstrasse 12, 65197 Wiesbaden  |  T 0611-317318  |  F 0611-314981  |  Anfahrtskarte

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Gerhart Hauptmann – das ist die Geschichte

eines unpolitischen/entpolitisierten Idols, das für sich reklamierte: "Ich rede durch meine Werke" oder „Ein Künstler darf nicht politisch sein". Kritiker warfen ihm Standpunktlosigeit vor, er wolle nicht anecken und sich mit keinem verderben, andere titulierten ihn als „Wendehals", monierten aus ihrer Sicht Anpassung und Anbiederung des Dichters. Es wurde von Oberflächlichkeit und sogar vom Verrat an seinen jugendlichen Idealen gesprochen.

Gerhart Hauptmann hatte sich seinen Eintritt in die "bessere" Gesellschaft mit mancherlei Niederlage und Mühe erstritten. War ein eher vorsichtiges und tastendes Verhalten nicht durchaus verständlich?

Er kam aus dem 19.Jahrhundert und erlebte die erste Hälfte des 20.Jahrhunderts:zunächst die Monarchie, die ihn verstoßen wollte; nach den Wirren des Krieges die Demokratie von Weimar; es folgte die Diktatur im 3.Reich. In der Nachkriegszeit 1945/46 wollten ihn Funktionäre der DDR , aber auch Polnische Künstler für „ihre Sache" gewinnen. Gerhart Hauptmann spürte und erlebte die konkreten Versuche der Funktionalisierung der Dichter für die jeweils Herrschenden. Gegen den Missbrauch und die Verführbarkeit setzte er ein Plädoyer für die dichterische Freiheit. Es war sicherlich auch die vage, fatalistische Erkenntnis zum Irrtum von Weimar: Literatur, Kunst und Kultur können Politik und Ungeist weder überflügeln noch verhindern. Letztlich bleibt die Ohnmacht des Künstlers. Es blieb eine tragische Beobachtung um 1900, dass das Verständnis und das Interesse für Kultur und Literatur deutlich nachließen. Er selbst konnte sich um 1925 einer tollen Popularität erfreuen ...-seine Werke wurden allerdings nur noch in geringem Umfang gelesen.

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