Gerhart Hauptmann Schule

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Für Demokratie, Selbstbestimmung und Vielfalt - gegen Salafismus

Projekt zur Aufklärung und Prävention der Klasse 10c der Gerhart-Hauptmann-Schule in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Verfassungsschutz Hessen zu Extremismus.

„Islamischer Staat", Entführungen, Terror, „Jugendliche auf dem Weg in den Dschihad nach Syrien", „Gefahr von Rückkehrern", Salafisten, „LIES"-Aktion, usw. – all diese Begriffe waren während des gesamten Schuljahres in den Medien immer wieder präsent.

„Genügend Gründe, um diese Themen im PoWi (Politik & Wirtschaft)-Unterricht aufzugreifen" sagten sich die Schülerinnen und Schüler der 10c nach den Sommerferien 2014.

So machten sich die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihrem PoWi-Lehrer erst einmal auf den Weg, dieses Themenfeld innerhalb des Unterrichts zu ergründen. Dabei beschäftigten sie sich mit den aktuellen politischen Entwicklungen im Nahen Osten, dem so genannten „Islamischen Staat", den Meldungen aus den Medien und verknüpften diese. Anschließend untersuchten die Schülerinnen und Schüler Hintergründe und setzten sich mit verschiedenen Strömungen innerhalb des politischen Islams auseinander, so z. B. dem Islamismus, Salafismus oder Dschihadismus. Durch die Beschäftigung mit dem Entstehen der wahhabitischen Lehre im 18. Jahrhundert in Arabien konnten dabei noch einmal Ursachen und Erklärungen für heutige Strömungen herausgearbeitet werden. Je tiefer man in diese Thematik einstieg, umso mehr Diskussionsbedarf zeigte sich: Inwiefern sind diese Strömungen Teil des Islam, wer oder was legitimiert diese Strömungen und Auslegungen des Koran und was hat dies mit dem Leben von Muslimen bei uns in Deutschland zu tun?

Im Anschluß wandten sich die Schülerinnen und Schüler den Entwicklungen hier im Rhein-Main-Gebiet zu. Die Aktualität des Themas zeigte sich im Herbst und Winter immer wieder durch Meldungen über Aktivitäten von Salafisten oder Jugendlichen aus Frankfurt und Wiesbaden, die in die Kriegsgebiete des Nahen Ostens ausreisten. „Wieso wollen Jugendliche dorthin reisen und sich an Kämpfen beteiligen?" war eine der zentralen Fragen, die sich die Schülerinnen und Schüler stellten. Anhand des sehr traurigen Falles eines 16-jährigen Schülers aus Frankfurt analysierte man exemplarisch die Beweg- und Hintergründe dafür. Sehr schnell zeigte sich, dass Salafisten immer wieder Kontakt zu solchen Jugendlichen hatten oder diese für sich gewinnen konnten. So setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der salafistischen Szene und ihrer Bedeutung für Jugendliche mit problematischen Biographien auseinander.

Dabei half ihnen der Verfassungsschutz in Hessen, der für einen Vortrag zu diesem Thema mit anschließender Diskussion eingeladen wurde. Dabei zeigte sich das hohe Engagement der Schülerinnen der Schüler, noch mehr über das Thema wissen zu wollen aber auch der Wunsch, andere Jugendliche über all diese Entwicklungen zu informieren.

Einige Monate später war es dann so weit: Die Schülerinnen und Schüler bekamen die Möglichkeit, ihr Wissen ein- und umzusetzen und Jugendliche wie Bürgerinnen und Bürger über die Gefahren des Salafismus aufzuklären.

Für den 5. Präventionstag in Wiesbaden am 11. Juli 2015 waren die Schülerinnen und Schüler an den Stand des Landesamtes für Verfassungsschutz eingeladen worden, um sich dort zu präsentieren.

In einem zweitägigem Workshop entwickelten sie hierfür Plakate, die sich mit dem Leben in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, der Unvereinbarkeit von Grundgesetz und Salafismus, der Unterscheidung zwischen Islam und Salafismus, sowie den Lockmitteln der Salafisten beschäftigten.

Eine besondere Ehre war es, diese Plakate dem Hessischen Innenminister Peter Beuth, dem Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich, dem Ordnungsdezernenten Dr. Oliver Franz oder der Schuldezernentin Rose Lore-Scholz persönlich vorzustellen.

In den Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wiesbaden zeigten sich die Schüler sehr sachorientiert und engagiert. Oft mussten sie erfahren, dass es über den Islam noch einiges an Aufklärungsarbeit bedarf. Viel öfter freuten sie sich aber über den Zuspruch, den sie von vielen Passanten für ihre Aktion erfuhren.

Insgesamt war dieses Projekt für die Schülerinnen und Schüler ein großer Erfolg! Sie sahen aber auch noch den Aufklärungsbedarf, den es manchmal bedarf. So wünschten sie sich eine Fortsetzung solcher Projekte und Aktionen, an denen sie immer wieder gerne teilnehmen würden.

Ganz großer Dank geht an den Präsidenten und die Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen, die den Schülerinnen und Schülern so viel ermöglicht haben!

Auch die Gerhart-Hauptmann-Schule und der betreuende PoWi-Lehrer sagen „Danke"!

Die gute und enge Zusammenarbeit zwischen unserer Schule und dem Landesamt für Verfassungsschutz hat gezeigt, welche Potenziale zur Aufklärungs- und Bildungsarbeit abgerufen werden können. Wir wünschen uns weitere solcher Projekte und stehen für jede zukünftige Zusammenarbeit sehr gerne zur Verfügung.

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